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Über die Entstehung der Montana-Trilogie

Dunkle Flüsse von Peter Nathschläger

Schon vor etwa einem Jahr hatte ich vor, über die Entstehungsgeschichten meiner Romane nachzudenken, vor allem über die, die schon länger veröffentlicht sind. Ein guter Anfang wäre wohl die Montana-Trilogie, die selbstverständlich nicht als Trilogie geplant war, sondern einfach so passierte.

Dunkle Flüsse von Peter Nathschläger
Dunkle Flüsse

Das erste Buch in der Reihe war der tragische Roman Dunkle Flüsse. Als ich mit der Idee liebäugelte, einen Roman zu schreiben, der in Montana spielte, lief in den Kinos gerade der epische Western Legenden der Leidenschaft mit Anthony Hopkins und Brad Pitt. Ich dachte, wenn Du es schaffst, dieses Gefühl einzufangen, nach Montana nach Hause zu kommen, dann kannst Du eigentlich jeden Roman scheiben. Die Leute müssen Dir Montana glauben, alles andere ergibt sich. Dachte ich.

Die Entführung von Steven Stayner

Als Basis für die Handlung nahm ich die wahre Geschichte von Steven Stayner, der 1972 von Kenneth Parnell entführt worden war. Im Grunde wollte ich mich gar nicht lang mit dem Verbrechen aufhalten und auch nicht mit dem, was der Entführer dem Jungen antat. Was ich schreiben wollte, war eine Heimkehrergeschichte, die nicht gut endet. Dass die Heimkehr nach Helena in Montana zwar gelingt, nicht aber die Heimkehr zu seiner Familie. Während des Schreibens war mir nicht bewusst geworden, wie brutal manche Szenen geworden sind, und erst viel später erkannte ich, dass das Buch sehr gut einige Kürzungen verkraften könnte.

Aber der Roman war fertig, gedruckt und im Handel – möglicherweise ergibt sich in den nächsten Monaten die Chance, den Roman komplett zu überarbeiten.

Es gibt keine Ufos über Montana von Peter Nathschläger
Es gibt keine Ufos über Montana

Jedenfalls wollte ich nach einer kurzen Verschnaufpause wieder zurück nach Montana. Im zweiten Buch der Montana-Trilogie mit dem Namen „Es gibt keine UFOs über Montana“ geht es wieder um ene Rückkehr nach Helena. Diesmal ist es der in New York erfolgreich gewordene Schriftsteller Robert Walden, der als Sechzehnjähriger nach einer raffiniert eingefädelten Intrige die Stadt verlassen musste und von seinen Eltern verstoßen wurde. Nach dem Tod seiner Eltern kehrt er nach Helena zurck, um den Nachlass zu regeln, trifft seine Jugendliebe wieder und auch auf die Leute, die ihn vor Jahren aus der Stadt geekelt hatten. Hier gelingt die Heimkehr und der einst vertriebene Literat kommt am Ende auch mit dem Mann zusammen, von dem ihn die Intrige trennen sollte. Von den drei Montana-Büchern ist das sicher das sanfteste Buch und kommt am ehesten einer Liebesgeschichte gleich.

Patrick's Landing von Peter Nathschläger
Patrick’s Landing

Der dritte Band der Montana-Trilogie spielt viele Jahre nach Waldens Rückkehr. Er ist inzwischen ein alter Mann, der außerhalb von Helena auf einer Farm lebt. Eines Tages, als er Grenzzäune richten will, findet er einen grausam zugerichteten Jungen, der mit Stacheldraht an einem Begrenzungspfosten gefesselt wurde. Er befreit ihn, bringt ihn in sein Haus, sieht aber keine Möglichkeit, Hilfe zu holen, da er als Kommunikationsverweigerer weder Telefon noch Smartphone hat. Während Walden sich darum bemüht, den Jungen zu pflegen, bereitet sich der darauf vor, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Gleichzeitig startet eine großangelegte Suche nach dem Sohn eines beliebten Gemeindemitglieds. Patrick´s Landing als Titel meint einerseits den Ort, an dem Patrick von Walden gefunden wurde und andererseits den Prozess, den der ohnmächtige Junge durchmacht. Dieses Buch ist der tragische Abschluss der Trilogie und auch mein persönlicher Abschied von Montana als Setting für Romane. Übrigens markierte dieses Buch auch das Ende meiner literarischen Zuneigung zu den USA. Ich habe seither keinen Roman mehr geschrieben, der in den USA spielt.

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Über Peter Nathschläger

Peter Nathschläger
Peter Nathschläger stammt aus Wien. Nach dem Tod seines älteren Bruders zogen seine Eltern mit ihm nach Biedermannsdorf im Süden der Hauptstadt. 1983, nach fünf Jahren zog er, gerade volljährig geworden, zurück in die Landeshauptstadt. Von 1986 bis 1998 arbeitete er als Bühnentechniker auf folgenden Bühnen: Staatsoper Wien, Volkstheater Wien, Volksoper Wien. 1998 wechselte er nach intensiver Fortbildung in die IT und arbeitet heute hauptberuflich als IT Prozess Manager.Peter Nathschläger lebt mit seinem Mann in Wien-Ottakring.Von Peter Nathschläger erschienen bisher zehn Romane (Als Print, E-Book und Audio Book), zwei Gedichtbände, eine Kurzgeschichtensammlung und viele Beiträge in Kurzgeschichtensammlungen oder Anthologien zu Literaturwettbewerben.In seinen Romanen thematisiert der Autor die Schicksale von Menschen, die am Wendepunkt ihres Lebens über sich hinauswachsen, um Legenden zu werden, oder an den Herausforderungen des Lebens bitter scheitern.

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