Hans van der Geest

Es gibt Freunde, die nennen Hans van der Geest Sonnyboy. Aber vom „Boy“ ist nicht mehr viel übrig. Mit 85 Jahren sieht er sich – nach eigenen Worten –  den sehr Alten zugehörig. Jungenhaft ist sein Gemüt, und echte Boys sieht er immer noch gern. Sehr gern!

Eigentlich hat Hans van der Geest einen Beruf gehabt, der andere Gedanken weckt. Er ist Pfarrer der reformierten Kirche gewesen. Wenn er wieder jung wäre, würde er wieder Pfarrer werden wollen.

Hans van der Geest erzählt gern. In Predigten hat er auch vor allem erzählt. Dass man Hans van der Geest gern zuhört, sah er an seinen drei Kindern. Als er einmal mit ihnen auf einen Gipfel steigen wollte und sie sich beschwerten, begann er, eine Geschichte zu erzählen. Problemlos folgten sie ihm bis zum Gipfel des Berges.

Geboren wurde Hans van der Geest an der Nordsee, in Holland. Aber es zog ihn in die Berge, in die Schweiz. Mittlerweile wohnt Hans van der Geest in Zürich.

Mit seiner Bisexualität hat er Mühe gehabt. Erst mit 40 hat er sein schwules Verlangen ernst genommen. Er suchte allerdings nicht einen Freund fürs Leben, hingegen regelmässig körperliche Nähe zu Männern. Seine Frau wollte das nicht akzeptieren. Sie hat ihn verlassen. Leider.

Als Theologe hat Hans van der Geest sich in den 70er und 80er Jahren für die Schwulen eingesetzt. Das hat ihm viele Feinde beschert. Das Diakonissenhaus, wo er als Leiter der Klinischen Seelsorge Ausbildung arbeitete, hat ihn entlassen. Zum Glück war die reformierte Kirche in Zürich nicht so streng. Sie hat Hans van der Geest aufgefangen und angestellt und ihm eine weitere Existenz in der Schweiz ermöglicht.

Nach der Pensionierung hat er sich voll und ganz auf die Sache der Schwulen und Lesben gestürzt. Ihm ist bewusst, dass er sich bei all seinen Aktivitäten auch sehr mit sich selbst beschäftigt. Die sexuellen Fragen sind eben sein Lebensthema.

Hans van der Geest hat auch wieder eine Frau kennengelernt. Mit ihr ist er mehr als dreissig Jahre verbunden, auch wenn er allein wohnt. Das passt ihm am besten. Hans van der Geest spielt gern Klavier und hat noch ein Handwerk gelernt: Bücher binden und Schneidern. Ein Pensionär hat viel Zeit zur Verfügung, und alles Kreative hält ihn in Schwung.

Die Bücher, die der Autor schreibt, haben vor allem die Entstehung von Freundschaften und Regenbogenfamilien zum Inhalt. Es erstaunt ihn oftmals, was für verschiedene Arten von Partnerschaften heute entstehen und blühen können. Sein besonderes Interesse gilt den Bisexuellen. Für sie ist das Leben oft noch komplizierter als für Schwule. In Kirchen ist dafür nicht immer viel Verständnis. Hans van der Geest möchte mit seinen Büchern da ein Fürsprecher sein.

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